Neue Tonkunst-Ausgabe: Heimat und Musik in Ostasien

Die soeben neu erschienene Ausgabe der TONKUNST widmet sich musikalischen Praktiken in Ostasien und ihrem Bezug zu Heimat(en). Heimat und verwandte Konzepte von Zugehörigkeit werden in der Musik nicht nur häufig besungen, sondern spielen auch auf einer praxeologischen Ebene eine zentrale Rolle, ist das Musizieren selbst doch quer durch die Geschichte und die Kulturen eine zentrale Praxis des Beheimatens und Sich-Verortens. 

In Ostasien gewinnt diese Praxis aufgrund des großen epistemischen Bruches infolge des Kontakts mit dem »Westen« inklusive Russland seit dem 19. Jahrhundert eine besondere Bedeutung, aber auch Komplexität. Denn Nationalismus, Kommunismus oder Imperialismus beginnen in der Folge konventionelle Rahmenkonzepte individueller und kollektiver Zugehörigkeit zu überlagern, ohne sie jedoch vollständig zu verdrängen. Das von Barbara Mittler und Stefan Menzel kuratierte April-Heft vereint eine Reihe von Fallstudien, die erörtern, wie die kulturelle Praxis des Sich-Beheimatens durch Musik durch diesen Prozess affiziert wird bzw. wie sie an diesem Prozess teilhat. Der regionale und historische Fokus liegt dabei auf China, Japan und Korea im 19. und 20. Jahrhundert. Die Beiträge kommen zu gleichen Teilen aus den Musik- und Ostasienwissenschaften und sind eng mit dem Teilprojekt B01 des SFB 1671 Heimat(en) verbunden.

Heimat und Ostasien