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Europäisches Forschungsprojekt zum Eurovision Song Contest bewilligt

Ab Januar 2026 wird das Projekt ESCAPE (Eurovision Song Contest as an Arena for Pluralism and Europeanness) seine Arbeit aufnehmen, gefördert aus Europa-Mitteln des SEED4EU+ fundings. Es untersucht ein Jahr lang, wie der Eurovision Song Contest (ESC) als transnationale Arena fungiert, in der europäische Identität, Werte und Zugehörigkeit verhandelt, hinterfragt und neu gestaltet werden. Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des ESC im Jahr 2026 betrachtet das Projekt den Wettbewerb als eine einzigartige europäische Kulturplattform, deren Reichweite nur mit globalen Ereignissen wie den Olympischen und Paralympischen Spielen vergleichbar ist. Mit seiner außergewöhnlichen Sichtbarkeit und seiner Fähigkeit, sowohl Einheit als auch Kontroversen zu erzeugen, bietet der ESC eine beispiellose Perspektive, um die Pluralitäten, Spannungen und Krisen des heutigen Europas zu untersuchen.

Mikrofon

ESCAPE gliedert sich in drei interdisziplinäre Arbeitspakete: (1) Akteure und Institutionen, Analyse von Governance, Entscheidungsfindung und Wertverhandlungen; (2) Medienrepräsentationen, Kartierung der Berichterstattung in Mainstream- und partizipativen Medien und deren Auswirkungen auf die Vorstellungen von Europäizität; und (3) Zugehörigkeit und Othering, Untersuchung, wie Musik, Performance und Publikumspraktiken dominante Narrative der europäischen Identität sowohl verstärken als auch hinterfragen.

Das Projekt wird von acht Wissenschaftlern aus fünf 4EU+-Universitäten durchgeführt, die Fachkenntnisse in den Bereichen Kommunikation und Medien, Musikwissenschaft, Kulturgeschichte und Area Studies zusammenbringen. Beteiligt sind Dr. Lisa Bolz und Dr. Sébastien Appiotti (Paris Sorbonne Université, Communication Science), Dr. habil. Valeriya Korablyova (Universität Prag, Department of Russian and East European Studies), Prof. Dr. Louisa Martin-Chevalier (Paris Sorbonne Université, UFR Musique et Musicologie), Dr. Jonathan Hendrickx und Dr. Mads Møller Tommerup Andersen (Universität Kopenhagen, Media Studies), Dr. Marcin Bogucki (Universität Warschau, Institute of Polish Culture, Cultural Studies) und Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Universität Heidelberg, Musikwissenschaftliches Seminar). ESCAPE zielt darauf ab, ein nachhaltiges Forschungsnetzwerk aufzubauen, das vergleichbare Daten, innovative Methoden und dauerhafte Instrumente für die zukünftige, europäisch finanzierte Forschung generiert.